Aus dem Kaffeelabor · Kaffeegeschichte · 23. Juli 2026

Espresso & Italien:
der kleine Starke.

„Espresso" heißt gepresst – und genau das ist er: Kaffee, durch den heißes Wasser mit hohem Druck gepresst wird. Erfunden wurde die Maschine dazu 1901 in Mailand, aus einem sehr italienischen Grund: Es sollte schneller gehen. Aus dieser Ungeduld wurde eine Weltkultur.

Von Dr. Claudia Bentzien, promovierte Biologin & Gründerin von Green Coffee Premium

Eine Hand hält eine kleine Espressotasse mit grünem Rand, von oben fotografiert

Was bedeutet „Espresso" eigentlich?

Das Wort trägt zwei Bedeutungen, und beide stimmen. Espresso heißt „gepresst" – das Wasser wird mit Druck durch das feine Kaffeemehl gedrückt. Es heißt aber auch „eigens gemacht", so wie in „espressamente per lei": ausdrücklich für Sie. Kein Kaffee, der in der Kanne wartet, sondern einer, der in dem Moment entsteht, in dem man ihn bestellt.

Wer hat die Espressomaschine erfunden?

Am Anfang stand keine Genussidee, sondern Ungeduld. Der Mailänder Luigi Bezzera ärgerte sich, wie lange seine Angestellten für ihre Kaffeepause brauchten – und meldete 1901 eine Maschine zum Patent an, die den Kaffee mit Dampfdruck in Sekunden zubereitete. Vermarktet hat sie ab 1905 Desiderio Pavoni. Der Kaffee war schnell, aber noch recht bitter.

Der eigentliche Sprung kam 1948: Achille Gaggia ersetzte den Dampf durch einen Federkolben, der das Wasser mit rund neun bar durch das Kaffeemehl presste. Und plötzlich lag da eine haselnussbraune Schaumschicht obenauf – die Crema. Was zunächst wie ein Fehler aussah, wurde zum Gütesiegel des modernen Espresso.

Warum trinkt man Espresso im Stehen?

Wer in Italien an der Bar steht, zahlt oft nur einen Bruchteil dessen, was der gleiche Kaffee am Tisch kostet – die Preise für den Verzehr an der Theke sind dort traditionell reguliert. So wurde das schnelle caffè al banco zum Alltagsritual: hinein, zwei Schlucke, ein paar Worte mit dem Barista, weiter. Kein Verzicht auf Genuss, nur eine andere Art, ihn zu nehmen – ganz anders als im Wiener Kaffeehaus, wo man Stunden bei einer Tasse verbringt.

Kann man aus Green Coffee einen Espresso machen?

Ehrlich gesagt: einen echten Espresso nicht – dafür bräuchte es die neun bar Druck aus Gaggias Erfindung. Aber du kannst dir den kleinen Starken nach Espresso-Art machen, und das geht in Sekunden: eine Portion Green Coffee einfach mit nur 40 bis 60 ml heißem Wasser verrühren statt mit der vollen Tasse.

Das Ergebnis ist konzentriert und intensiv – der ideale kleine Kaffee für nach dem Essen oder für den kurzen Moment zwischendurch. Wer mag, gibt einen Schuss aufgeschäumte Pflanzenmilch dazu: fertig ist der Cappuccino-Moment. Wie es cremig-warm oder eiskalt geht, steht im Bulletproof-Beitrag und im Eiskaffee-Rezept.

„Mich amüsiert, dass der Espresso aus reiner Ungeduld entstanden ist – jemand fand die Kaffeepause zu lang. Herausgekommen ist ausgerechnet die konzentrierteste Form von Genuss, die es gibt. Mit wenig Wasser wird auch mein Green Coffee zum kleinen Starken: klein, kräftig, ein Moment für sich."
Dr. Claudia Bentzien, Gründerin von Green Coffee Premium

Häufige Fragen zu Espresso

Was bedeutet das Wort „Espresso"?

Es kommt vom italienischen „espresso" – gepresst, aber auch eigens für jemanden gemacht. Beides passt: Der Kaffee wird unter Druck gepresst und frisch auf Bestellung zubereitet.

Wer hat die Espressomaschine erfunden?

Luigi Bezzera meldete 1901 in Mailand eine Maschine zum Patent an, Desiderio Pavoni brachte sie ab 1905 in den Handel. Den modernen Espresso mit Crema ermöglichte 1948 Achille Gaggia mit seiner Kolbenmaschine.

Was ist die Crema beim Espresso?

Die haselnussbraune Schaumschicht obenauf. Sie entsteht, wenn heißes Wasser mit hohem Druck durch das Kaffeemehl gepresst wird und dabei Öle emulgiert. Erst Gaggias Kolbenmaschine machte sie 1948 möglich.

Kann man aus Green Coffee einen Espresso machen?

Einen echten Espresso nicht – dafür braucht es rund 9 bar Druck. Aber einen kleinen Starken nach Espresso-Art: einfach eine Portion Green Coffee mit nur 40 bis 60 ml heißem Wasser verrühren. Konzentriert, aromatisch, perfekt für die kleine Tasse.

Dieser Beitrag erzählt die kulturelle Geschichte des Kaffees und stellt keine gesundheitsbezogenen Aussagen über ein Produkt dar. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.